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MUSEEN

Das Arzacher Staatliche Geschichts- und Landeskundemuseum  ist eine historische und kulturelle Heimstätte, in der die Geschichte Karabachs seit ältesten Zeiten bis zum heutigen Tag dargestellt wird. Seit seiner Gründung im Jahr 1939 konnte das Museum trotz der antiarmenischen Politik Sowjet-Aserbeidschans und in der Zeit des Krieges, den es in Karabach angezettelt hat, die geistigen und materiellen Schätze des Volkes von Karabach zusammentragen und erhalten.

 Die Sammlungen des Arzacher Staatliche Geschichts- und Landeskundemuseums umfassen über 50 Tausend historische und kulturelle Artefakte, die von den Ursprüngen und der Entwicklung der Zivilisation auf dem Gebiet des heutigen Karabachs zeugen. Mehr als je zuvor in der Zeit seines Bestehens hat das Museum heute die Möglichkeit, seine Sammlungen dank der archäologischen Grabungen und Funde in Bergkarabach effektiv zu vervollständigen. Die Ausstellung des Museums beginnt mit Vitrinen, die Arzachs Landschaft und Natur vorstellen.

 Danach folgt ein archäologischer Saal, der u.a. Fossilien zeigt, frühe Arbeitswerkzeuge der Steinzeit, verschiedene Bronzegegenstände (Schmuck, Waffen, Haushaltsgegenstände), aus der Urartu-Zeit erhaltene erstaunliche keramische Gefäße mit Ornamenten, armenische, römische, persische und arabisch Silber- und Kupfermünzen usw.

 Der Mittelalter-Saal beginnt mit einem Foto und der dazugehörigen Karte einer der frühesten Kirchen von Arzach, dem Kloster Amaras (4. Jahrhundert), das von Gregor dem Erleuchter, dem ersten armenischen Philosophen, gegründet wurde. Hier werden auch dokumentarische Zeugnisse seiner Predigten im Südkaukausus ausgestellt. Auf besonders großes Interesse stößt der Völkerkunde-Saal, in dem die Exposition mit einer Vitrine des alltäglichen Lebens einer historischen Familie in Arzach beginnt. (Hier sitzt eine Oma am Spinnrad, und der Opa näht „Trech“-Schuhe, ein Schuhwerk das aus selbst gegerbtem Leder hergestellt wird.) Außerdem ist hier ein alter Webstuhl ausgestellt und verschiedene Muster der Teppichwebkunst von Arzach aus dem 18. bis 20. Jahrhundert. Im 19. Jahrhundert war die Stadt Shoushi das Zentrum der armenischen Nationalkultur. Davon zeugen alte Bibeln, gedruckte Bücher und Fotos.

 Reich an Dokumenten und Artefakten ist auch der Saal der modernen Geschichte, wo Exponate über den nationalen Freiheitskampf der Karabach-Armenier gegen Aserbeidschan in den Jahren 1918-1921 gezeigt werden. Hier hängt u.a. eine Karte Armeniens aus dem Jahr 1926, die die Ergebnisse des Unionsvertrages vom 10. August 1920 darstellt. Desweiteren zeugt diese auch von den tragischen Ereignissen in Shoushi am 23. März 1920, als dann auch Bergkarabach mit Gewalt Aserbeidschan zugeordnet wurde.

 Die letzten Museumssäle erzählen von der modernen Karabach-Bewegung, dem nationalen Befreiungskampf, der Einheit des armenischen Volkes in der Nachkriegszeit. Im Museum gibt es einen kleinen Bücherstand, wo man Broschüren, Bücher und Fotoalben über Karabach kaufen kann.

Das Museum ist täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet, sonntags geschlossen. Der Eintritt ins Museum ist kostenlos. Freiwillig können Besucher natürlich den Museumsführern ein kleines Trinkgeld geben.

Adresse: Sasuntsi Davidstr. 1, Stepanakert.

Tel.: (+ 374 47) 94 10 42
E-mail: tangaran@ktsurf.net


Museum für die gefallenen Freiheitskämpfer

Dieses von seinem Konzept her einzigartige Museum für die gefallenen Freiheitskämpfer („Azatamartikner“) wurde 2002 von der „Vereinigung der Verwandten gefallener Freiheitskämpfer“ gegründet, einem eingetragenen Verein.

 Von den Soldatenmüttern wurden die Exponate für dieses Museum durch die Aktivisten dieses Vereins und den Museumsmitarbeitern zusammengetragen. So werden hier Karten, Pläne illustrierte Zeichnungen der armenischen Befreiungsbewegung ausgestellt und die Heldentaten der Fidainen-Kämpfer gezeigt, die während des damaligen Karabachkrieges ihre Heimat verteidigt haben.

 An den Ausstellungswänden werden Tausende von Fotos gefallener Kämpfer gezeigt, von Kugeln zerfetzte Dokumente, Briefe an die Verwandten und Lieben zu Hause, Waffen und Uniformen der Zeit des Karabachkrieges, ein Feldtelefon und ein Funkgerät. Im Saal werden echte Waffen gezeigt und andere Kriegsutensilien, die die armenischen Fidainen benutzt haben.

 Die rührende Zusammenstellung der Exponate macht den liebvollen Charakter dieses Museums aus, das einen bleibenden Eindruck beim Besucher hinterlässt.

 Das Museum ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet, sonntags geschlossen. Der Eintritt ins Museum ist kostenlos. Es ist allerdings üblich, dass Besucher dem Museum eine kleine Spende dalassen.

Adresse: Vasgen Sargsyanstr. 25, Stepanakert.
Tel.: (+ 374 47) 95 07 38

Е-mail: tangaran@ktsurf.net 

 


Das Staatliche Kunstmuseum der Republik Arzach wurde in den Jahren 2010-2013 von Prof. Grigory Gabrielyants ins Leben gerufen und organisatorisch unterstützt. Das Museumsgebäude wurde mit Unterstützung der Regierung auf der Basis eines bestehenden Gasthofes in Shoushi errichtet, wobei das ursprüngliche architektonische Konzept des Gebäudes erhalten blieb.

 In diesem weitab in den Bergen Shoushis gelegenen Museum werden Werke von Martiros Saryan, Pavel Kuznetsov, Minas, N. Nikoghosyan, D. Zhilinskiy, A. Safohin, Gayane Tiflisetsi, Yuri Grigoryan, Hakob Hakobyan, A. Galents u.a. ausgestellt. Bemerkenswert ist, dass diese Bilder im Museum von Shoushi aus den verschiedensten Ländern stammen – aus Armenien, Georgien, Russland, Litauen, Turkmenistan, Usbekistan, Polen, Frankreich, den USA, Äthiopien, der Mongolei, Ägypten, Indonesien, Haiti, Madagaskar u.a.

 Einen besonderen Platz nehmen unter den ausgestellten Werken natürlich die Bilder von Karabachs Künstlern ein.

 Die offizielle Eröffnung des Staatlichen Kunstmuseums der Republik Arzach fand am 9. Mai 2013 statt, dem Tag der Befreiung von Shoushi.

 Adresse: Ghazanchetsotsstr., Shoushi

Tel.: (+374 97) 24 69 62 

E-mail: gasparyanlusine79@gmail.com


Geschichtsmuseum der Stadt Shoushi

 Das Geschichtsmuseum der Stadt Shoushi befindet sich in einer bezaubernden Villa aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, direkt im Zentrum der historischen Altstadt, und ist der Mittelpunkt einer Sammlung von Artefakten, die die jahrhundertelange Vergangenheit der alten Festungsstadt illustriert. Es werden hier reichhaltige archäologische Funde aus der hellenistischen Zeit ausgestellt, aufgrund deren die bisherigen Vorstellungen von der Gründung der Stadt Shoushi im 18. Jahrhundert korrigiert werden mussten. Vielfältig ist die Sammlung auch durch die vielen ethnografischen Exponate. So findet man hier Erzeugnisse des  Kunsthandwerks lokaler Handwerker, die eher Kunstwerke als Handwerkerprodukte sind. Die Alltagsgegenstände aus dem 19. Jahrhundert geben ein gutes Bild vom städtischen Leben in dieser großen Kulturmetropole Transkaukasiens. Die große Fotoausstellung an den Stellwänden des Museums und die Reproduktionen machen das kulturelle Leben der Stadt in dieser Epoche noch besser nachvollziehbar.

 Viele der ausgestellten Artefakte illustrieren die schweren Tage der Stadt, als im März 1920 praktisch der gesamte armenische Stadtteil Shoushis von Banden tatarischer Plünderer niedergebrannt wurde und ca. 30 Tausend christliche Einwohner umgebracht  oder vertrieben wurden und in entfernte Orte fliehen mussten.

 Eine gesonderte Tafel ist der militärischen Befreiungsoperation von Shoushi am 8. Mai 1992 gewidmet. Ein räumliches Rundbild (Diarama) zeigt die Schlacht um Shoushi und zeichnet detailliert die Geschichte der Kämpfe bis in die kleinsten Einzelheiten nach.

 Das Museum ist täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet, sonntags geschlossen. Der Eintritt ins Museum ist kostenlos.

 Adresse: Mesrop Mashtotsstr. 17, Shoushi

Tel.: (+374 477) 3 19 48 

 

Staatliches Archäologiemuseum Tigranakert

 Das Archälogiemuseum Tigranakert wurde in der mittelalterlichen Festung eröffnet, die sich auf dem Territorium des archäolgischen Parks  in der Umgebung der von König Tigran dem Großen (95-55 v.u.Z.) gegründeten Stadt nach seinem Namen – Tigranakert. Bei den Ausgrabungen der archäologischen Expedition der Armenischen Akademie der Wissenschaften unter der Leitung von Hamlet Petrosyan, wurden hier verschiedene Artefakte entdeckt, die hervorragend die ältere Geschichte und die blühende Kultur dieser hochinteressanten Gegend von Arzach illustrieren. In den drei Museumssälen werden einzigartige Zeugnisse der materiellen Kultur ausgestellt, die der Epoche vom 5. Jahrhunder v.u.Z. bis zum 17. Jahrhundert zuzurechnen sind. Hauptsächlich handelt es sich dabei um keramische Gefäße, Stein- und Glasgegenstände. Besonders bemerkenswert ist eine Geschenkscheibe aus gebranntem Ton mit Aufschriften in armenischer Sprache, die auf das 5.-6. Jahrhundert datiert wird. In dem Museum werden auch die  Ausgrabungsarbeiten genau beschrieben, die hier seit 2006 durchgeführt werden. An verschiedenen Tafeln kann man in Armenisch, Englisch und Russisch detailliert nachlesen über den Ort des Geschehens, über Grabungen und Funde. Die Museumsbesucher können hier ebenfalls traditionelle Souvenirs kaufen und verschiedene Bücher und Broschüren. Auch ein kleines Museumscafe gibt es auf dem Territorium des mittelalterlichen Schlosses.

Addresse:  32. km der Autobahn Stepanakert-Askeran-Martakert, Tigranakert, Bezirk Askeran, RMK.
Tel.: +374 97 30 86 78
Webseite:
www.tigranakert.am

 

 

Staatliche Archäologiemuseum Kashatagh

 Dieses Museum zeichnet sich durch eine hervorragende Sammlung von Artefakten aus, die man bei archäologischen Ausgrabungen im Bezirk Kashatagh in der NKR ab 1995 gefunden hat. Eine große Anzahle von Gegenständen und Materialien illustrieren die Entwicklung der Kultur in diesem höchstinteressanten Teil von Karabach, der sich in der Flusssenke zwischen Arax und Akari befindet.

 Besonders hervorzuheben sind hier die Materialien, die bei den Ausgrabungen an der Siedlung Keren gefunden wurden, wo Gegenstände aus der materiellen Kultur des 9.-5. Jahrhunderts v.u.Z. entdeckt wurden. Neben der für Karabach üblichen Keramik werden hier im Museum auch von Menschen hergestellte (antropomorphe) Gefäße von unglaublicher Schönheit und Eleganz ausgestellt, die von der Hochkultur der damaligen Bevölkerung zeugen.

 Einmaliger Frauenschmuck aus Halbedelsteinen, die in den Grabhügeln aus der gleichen Zeit gefunden wurden stellen das Sahnehäubchens dieses Museums dar.

 Addresse:  Kashatagh, Mirastr. 19, RMK.

Tel.: +374 475 22 59

 

Nikol-Duman Hausmuseum (Museum der Volksarchitektur, Völkerkunde und des ländlichen Lebens)

Es befindet sich in dem Dorf Tsaghkashat (Ghshlagh) des Bezirkes Askeran der NKR, bei Kilometer 22 der Autobahn Stepanakert-Gandzasar. Dies ist ein ganzer Komplex von Wohnhäusern des 19. Jahrhunderts, die unter Verwendung authentischer Materialien restauriert wurden. Hauptsächlich sind die Gebäude zweistöckig mit geschnitzten Holzbalkonen, die die besten bautechnischen Traditionen der damaligen Zeit wiedergeben. Die  unverwechselbaren Holzschnitzereien an den Balkonen, Stützen und Querbalken muten wie Spitzenklöppelei an und hinterlassen bei den Besuchern einen bleibenden Eindruck. Auf dem Territorium des völkerkundlichen Komplexes wurden mit akribischer Genauigkeit die Lebensbedingungen und der Alltag der Bewohner von Karabach im 19. Jahrhundert nachgebildet. Sehr realistisch sind die Innenausstattungen der Häuser, die Möbel, Alltags- und Gebrauchsgegenstände, denn es handelt sich hierbei allesamt um Original, die aus den umliegenden Ortschaften zusammen getragen wurden.

 Im völkerkundlichen Viertel befindet sich auch das Hausmusem von Nikol Duman (Nikoghayos Ter- Hovhannisyan), einem Helden der nationalen Befreiungsbewegung des armenischen Volkes Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts. Ein Saal dieses Hausmuseums ist seinem Leben und Werk gewidmet. Es werden hier Karten und Pläne gezeigt, die die Befreiungsbewegung der Armenier, die Heldentaten der Fidinenkämpfer belegen, die ihre Heimat verteidigten. Eine gesonderte Tafel ist den Zusammenstößen von Armeniern und Tataren in Baku im Jahr 1905/1906 gewidmet, als dank dem herausragenden militärischen Talent von Nikol Duman eine Handvoll schlecht bewaffneter armenischer Freiwilliger die armenische Bevölkerung der Stadt Baku vor der rasenden Menge aserbeidschanischer Fanatiker bewahren konnte, die die christliche Bevölkerung der heutigen Hauptstadt Aserbeidschans geplündert haben.

 Es werden eche Waffen in diesem Saal ausgestellt und auch anderes Kriegsgerät, das die armenischen Fidain-Kämpfer eingesetzt haben.

 Auf dem Territorium des Museums sind auch einige Wirtschaftsgebäude der damaligen Epoche wiederhergestellt worden. Die Besucher können hier ein traditionelles Backhaus besichtigen (Tonratun) und natürlich das vor ihren Augen frisch gebackene tradtionelle Karabach-Brot (Tonrahats) probieren.

 In dem völkerkundlichen Viertel hat auch ein kleiner Souvenirladen seinen Platz gefunden, wo man hochqualitative traditionelle Souvenirs kaufen kann und Handarbeiten der Dorfbewohner, ebenso wie Obst- und Gemüsekonserven und lokale Gewürze in Originalverpackung.

 Der traditionelle Weinkeller (Maran) lädt die Besucher zur Verkostung von lokalen Weinsorten und Maulbeerschnaps ein, die hier traditionell mit Brot, Käse, eingelegtem Gemüse und natürlich dem berühmten Kräuterfladen (Jengyalov hats) dazu gereicht werden.

 In der Webstube beobachten die Besucher, wie die heutigen Teppichweberinnen meisterhaft nach alten Techniken die hervorragenden Teppiche von Karabach knüpfen, die man auf Wunsch hier auch käuflich erwerben kann.

 Bei den Touristen sehr beliebt sind die traditionellen Mittag- und Abendessen, die hier im Garten im Schatten der ausladenden Maulbeerbäume veranstaltet werden. Auch geben bekannte Ensembles in diesem völkerkundlichen Viertel oft Konzerte der Volksmusik oder auch klassischer Musik.

 Auf Anfrage können auch völkerkundliche Kostümshows organisiert werden, die das Leben und den traditionellen Alltag der Karabacher des 19. Jahrhunderts rekonstruieren.

 Einige Gebäude sind als komfortable Gästehäuser für Touristen ausgebaut, in denen man übernachten kann. 

Das Museum ist täglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet, ohne Schließ- oder Feiertage. Der Eintritt auf das gesamte Gebiet des Museumskomplexes ist frei, aber es ist üblich, dem Personal ein Trinkgeld zu geben und auch eine Spende für die weitere Entwicklung des Komplexes zu leisten.

 Addresse:  NKR, Bezirk Askeran, Tsaghkashat

Tel.: +374 47 94 4758

Webseite: www.ndumanmuseum.nk.am